Fasten ist keine Diät zur Gewichtsreduktion. Dennoch purzeln während des freiwilligen Nahrungsverzichts die Pfunde. Von diesem angenehmen Nebeneffekt profitieren vor allem Übergewichtige, die regelmäßig fasten. Sie verlieren nicht nur an Gewicht, sondern gewinnen einen neuen Lebensstil.

Wer ein Heilfasten durchführt, verliert täglich etwa 200 bis 300 Gramm Körpergewicht. Diese Erfolge beim Abnehmen treten nicht nur schnell ein, sie sind ? anders als von vielen Kritikern erwartet ? auch langfristig spürbar. In einer Studie mit 844 Patienten berichteten fast alle, dass sie ihr erreichtes Gewicht mindestens ein halbes oder dreiviertel Jahr halten oder weiter vermindern konnten. Eine weitere Studie zeigte, dass der durch zweimaliges Heilfasten erzielte Gewichtsverlust im statistischen Mittel 17 Kilogramm betrug. Gleichzeitig waren bei den Betroffenen nahezu alle begleitenden Stoffwechselerkrankungen überwunden. Eine Nachbefragung von Patienten nach einer mindestens dreiwöchigen stationären Heilfastentherapie zeigte nicht nur eine eindeutige Verbesserung des emotionalen und körperlichen Befindens, sondern auch einen geänderten Lebensstil. Die Befragten beschrieben zudem eine deutliche Verminderung des Medikamentenverbrauchs und eine Reduktion des Körpergewichts und des Blutdrucks. Ein Jo-Jo-Effekt wurde dabei nicht beobachtet. Selbstverständlich kommt dem Kostaufbau nach dem Fasten eine entscheidende Bedeutung zu: Die Fastenzeit sollte auch dazu genutzt werden, den eigenen Lebensstil zu überdenken. Nachweislich besteht nach dem Fasten eine größere Bereitschaft, den Lebensstil zu verändern. Fasten ist folglich ein geeignetes Instrument zur Gewichtskontrolle. Erfolgversprechend sind vor allem wiederholte Fastenperioden mit intensivem Gesundheitstraining.
Quelle: Dr. med. Eva Lischka: UGB-Forum 1/10, S. 35-37