Das Syndrom gilt als völlig harmlos und muss nicht behandelt werden.

4.5.2009. Fasten kann bei Menschen mit Stoffwechselstörung eine Gelbfärbung der Haut und der Augen hervorrufen. Beim so genannten Gilbert-Syndrom - auch Morbus Meulengracht genannt - handelt es sich um eine relativ häufige erbliche Störung des Hämoglobin-Abbaus, die bei etwa 10% der Bevölkerung auftritt. Fasten, Stress oder Alkoholkonsum können bei den Betroffenen eine Gelbsucht auslösen, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit.

Hunger und Stress sind bei Menschen mit einem Gilbert-Syndrom häufig Auslöser einer Gelbfärbung der Augen und eventuell auch der Haut. Diese Störung ist jedoch absolut harmlos und besitzt keinen Krankheitswert: „Eine Gelbfärbung der Haut und Augen beim Fasten ist kein Grund zur Panik. Durch eine ausreichende und ausgewogene Kost verschwinden die Symptome von alleine. Deshalb muss ein Gilbert-Syndrom auch nicht behandelt werden", beruhigt der BDI-Experte Prof. Richard Raedsch, Gastroenterologe vom St. Josefs-Hospital in Wiesbaden. Nachgewiesen wird die Erkrankung durch eine Blutanalyse der Bilirubin-Produkte, einen Gen-Test oder Fasten-Tests.

Das Gilbert-Syndrom ist eine angeborene Schwäche der Aktivität des Enzyms Glucuronyltransferase in der Leber. Dieses Enzym ist für Verstoffwechselung und Ausscheidung des gelben Blutfarbstoffs Bilirubin in die Gallenflüssigkeit verantwortlich. Dabei wird das gelbe Bilirubin, das aus dem Abbau des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin entsteht, nicht schnell genug wasserlöslich gemacht und sammelt sich im Blut an. Die hohen Bilirubin-Werte im Blut können dann zu einer Gelbfärbung der Haut und der Bindehäute der Augen führen. Die Erkrankung fällt häufig bei jungen Erwachsenen auf, ohne Komplikationen hervorzurufen.

Quelle: www.internisten-im-netz.de