Wie Nahrung unser Erbgut beeinflusst


Nicht nur für die Wissenschaft ist diese Erkenntnis eine Sensation: Das, was wir essen, bestimmt, welche Gene in unserem Körper aktiv sind. Nahrung kann Gene ein- und ausschalten. Doch damit nicht genug: Manche dieser Schalterstellungen sind wahrscheinlich über mehrere Generationen vererbbar, sagen Forscher. Dass aber erworbene Eigenschaften auf eine nachfolgende Generation übertragen werden können, widerspricht der klassischen Evolutionstheorie und galt bislang in der Wissenschaft als absurd. Sollten diese Forschungsergebnisse zutreffen, würden noch die Enkel für die Ernährungssünden ihrer Großeltern bezahlen. Dies ist auch ein Grund dafür, weshalb erstmals in der Geschichte der Neuzeit damit zu rechnen ist, dass die Gesundheit der nachfolgenden Generation schlechter sein könnte als die der Eltern. Schuld daran könnte unser moderner Lebensstil sein, der den Körper einer Fülle von Substanzen aussetzt, die das Erbgut negativ beeinflussen. So dringt beispielsweise seit Jahrzehnten unbemerkt ein Stoff aus Lebensmittelverpackungen in die Nahrung, der im Körper wie ein Hormon wirkt und möglicherweise verantwortlich für eine immer früher einsetzende Pubertät und eine lebenslange Neigung zur Fettleibigkeit sein könnte. Auch schwere Krankheiten wie Krebs, Typ-2-Diabetes, Herzinfarkt, Schizophrenie und Autismus können offenbar durch diese 'Schalterstellungen' ausgelöst werden.

Frank Papenbroock und Peter Moers vertiefen sich für die 'hitec'-Dokumentation 'Gefährliche Mahlzeiten' in die Epigenetik und suchen nach 'guten' und 'bösen' Stoffen in Lebensmitteln. Von der noch jungen Wissenschaft lernen sie dabei, wie Gene durch Substanzen aus der Nahrung an- und abgeschaltet werden.

Der komplette Film-Beitrag bei 3Sat:

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